von Norbert Keiper

Zum Aufbringen von Abziehbildern (= Decals, = Naßschiebebilder) auf ein Modellfahrzeug sollten folgende Hilfsmittel bereit liegen: Schere, Pinzette, Bastelmesser (bevorzugt Cutter-Messer mit Abbrechklingen), weiche Unterlage (um das Modell beim Auflegen vor Lackschäden zu schützen), Abtupfpapier (Haushaltspapier, Papiertaschentuch), Schälchen mit lauwarmen Wasser, einen Tropfen Spülmittel, Weichmacher (z.B. Micro-Sol), ein weicher Pinsel, der entsprechende Decalbogen und last but not least das Modell.

Das Aufbringen der großflächigen Decals auf das Modell erfordert etwas Geduld.
In die Schale mit lauwarmem Wasser wird ein Tropfen Spülmittel gespritzt, damit das Wasser seine Oberflächenspannung verliert.

Die Motive aus dem Decalbogen werden randnah mit der scharfen Schere ausgeschnitten (aber so, daß der Drucklack nicht beschädigt wird) oder mit einem scharfen Bastelmesser (kann auch ein Skalpel sein) herausgetrennt. Das Ausschneiden mit dem Bastelmesser muß auf einem harten Untergrund erfolgen. Dann werden die ausgeschnittenen Stücke nach und nach in das Wasser gelegt. Es wird immer erst dann ein neues Teil ins Wasser gelegt, wenn das vorangegangene auf dem Modellfertig positioniert und angetupft wurde. Wichtig ist, daß immer nur die Teile ins Wasser gelegt werden, die für die jeweilige Seite des Modells vorgesehen sind. Werden mehrere Decalstreifen gleichzeitig gelöst, kann es sein, daß manche Teile zu stark durchnässen und sich nachher nicht mehr in einem Stück aufbringen lassen. Sie bröseln auseinander. Außerdem besteht die Gefahr, daß ausgeschnittene Stücke übereinander schwimmen und miteinander verkleben.

Bei Verwendung von lauwarmen Wasser sollte sich das Decal innerhalb weniger Sekunden (ca. 6-8 sec.) vom Trägerfilm lösen und leicht auf dem Trägerpapier hin und her schiebbar sein. Während der Zeit, in der das Decal im Wasser ist, kann die Fläche, auf der das Decal auf dem Modell platziert werden soll, mit Weichmacher eingepinselt werden. Nach der Entnahme des Abziehbildes mit dem Trägerpapier aus dem Wasser wird das überschüssige Wasser kurz abgestrichen. Das gesamte Decal mit Trägerpapier wird nunknapp unterhalb der dafür vorgesehenen Stelle auf dem Modell anordnet. Nun wird das Decals selbst vorsichtig nach oben auf die richtige Position geschoben und das Trägerpapier mit der Pinzette heraus gezogen. Wenn das Decal noch nicht zu weich geworden ist, läßt es sich jetzt noch komplett verrutschen (genau positionieren). Wenn es bereits zu sehr durchtränkt ist, muß die Feinpositionierung mit der Pinzette erfolgen.

Erst wenn alle Falten und kleinste Fältchen mit dem weichen Pinsel glatt gestrichen sind, wird die so beklebte Fläche nochmals mit Weichmacher eingestrichen. Hierbei sehr behutsam vorgehen, damit das Decal nicht mehr verrutscht. Nun kann man durch leichten Druck mit dem Papiertaschentuch das Decal besser in die Konturen (Türrillen bzw. Türgriffe) bringen. Achtung: Durch den Weichmacher reissen einige Decals sehr leicht ein.

Nach dem Positionieren muss die überschüssige Flüssigkeit mit dem Papiertaschentuch entfernt werden (vorsichtig abtupfen). Hierbei sehr behutsam vorgehen und gleichzeitig das Decal um Rundungen und Falze gut andrücken. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, daß noch eine minimale Restfeuchtigkeit zwischen der Modelloberfläche und dem Decal verbleibt. Diese muß verdunsten, um die Haftung zu gewährleisten. Dies gilt besonders in Hinblick auf die weitere Bearbeitung des Modells.

Erst nach vollständiger Trocknung der bearbeiteten Seite mit der nächsten beginnen, um zu verhindern, daß bereits gut positionierte Teile nachträglich verrutschen. Am Besten ist es, jede Seite über Nacht trocknen lassen. Ein Klarlacküberzug darf erst nach dem vollständigen Trocknen erfolgen.