von Norbert Keiper

Vorbereitende Arbeiten: Zunächst werden alle Bauteile aus Polyurethan überprüft, notfalls gespachtelt und versäubert. Die Teile werden zueinander angepasst, dann fein versäubert, nochmals Passgenauigkeit überprüft. Alle PU-Bauteile werden in nicht rückfettender Seifenlauge abgewaschen. Vorsicht beim Abwaschen von dünnen Teilen: Bruchgefahr. Teile können auch mit Nitroverdünnung gewaschen werden. Das Abwaschen dient dazu, mögliche Rückstände vom Einformen (Silikonformen) restlos zu entfernen. Teile trocknen lassen.

Lackierung mit dem Pinsel: Pinsel-Auswahl: große Flächen mit feinem, weichem und angemessen dickem Pinsel lackieren. Kleine Flächen und erhabene Konturen mit spitzem, härteren Pinsel.

Farben: Bevorzugt Kunstharzfarben (Humbrol, Revell, Tamiya und ähnliche). Farbkonsistenz: dünnflüssig, gut gerührt ohne Klümpchen.

Alle Teile müssen hauchdünn vorlackiert (grundiert) werden. Dazu empfiehlt sich eine matte helle Farbe (matt weiß). Zunächst sollten alle tiefer gelegenen Stellen und die Kanten dünn vorlackiert werden. Trocknen lassen. Dann flächig hauch dünn streichen. Zwei dünne Aufträge sind besserals ein dicker Farbauftrag. Je nach Endfarbton mehr oder weniger deckend grundieren.

Kunstharzfarben benötigen lange Trockenzeiten. Zwischen den Farbaufträgen sind 24 Stunden Trockenzeit durchaus angemessen. Die eigentliche Farbe sollte als Glanzfarbe oder seidenmatt-Farbe gewählt werden. Auch hierbei gilt: lieber zweimal dünn, wie einmal dick lackieren. Bei diesen Glanzlacken ist die ausreichende Trocknungszeit zwischen den einzelnen Farbaufträgen sehr wichtig. Lieber länger mit einem zweiten Farbauftrag warten, als zu früh lackieren. Daran denken: Konturen sollten auf jeden Fall erhalten bleiben.

Sehr gute Lackierergebnisse erzielt man, wenn man die Farbdose in ein kochend heißes Wasserbad stellt (bis zur Dosenhälfte). Wasser darf nicht in die Farbe gelangen. Doseninhalt dabei gut rühren. Die Farbe wird auf diese Art dünnflüssig, ohne sie zu verdünnen. Somit ist sie besser streichfähig.

Diese Vorgehensweise gilt für Airbrush sinngemäß. Vorteil gegenüber der Pinsellackierung ist, dass der Farbauftrag gleichmäßiger wird. Die spritzlackierten Teile trocknen schneller. Wichtig ist, mit wenig Farbe und viel Luft zu lackieren. Farbauftrag nicht zu dick. Auch hier sind zwei Lackiergänge besser. Türrillen und Kanten sollten zuerst lackiert werden, dann erst flächig lackieren.