Immer wieder entstehen beim Giessen Luftblasen. Vor Allem, wenn die Vergussmasse nicht mehr ganz frisch ist, also etwa 3-4 Minuten nach dem Anrühren, hat sie nicht mehr genug Kraft, die in den Formen vorhandene Luft weg zu drücken. Es bildet sich ein Lufteinschluss. Oft ist dieser von einer dünnen Haut verschlossen, z.B. innerhalb einer Aufbauwand. In solchen Fällen ist es recht einfach, diese lästige Luftblase zu verschließen:

Zunächst wird die Blase von der Innenseite des Aufbaues aus gesehen, vorsichtig mit dem Skalpel geöffnet. Wichtig ist, dass die Haut auf der „Schönseite“ des Aufbaus dabei nicht beschädigt wird. Dann nimmt man eine Messerspitze Mehl und füllt dieses „Loch“ von innen auf. Auf das Mehl wird ein Tropfen Sekundenkleber laufen lassen. Man kann, falls der Sekundenkleber abperlt, mit einem flachen Spatel den Sekundenkleber leicht in das Mehl einarbeiten. Dazu bleiben maximal 5 bis 8 Sekunden Zeit, dann ist die Sache hart. Mehl ist ein Mineralstoff, der sich in Verbindung mit Sekundenkleber sehr gut als Füllstoff eignet. Profi-Modellbauer nehmen anstelle Mehl Aluminiumoxidpulver. Problemlos lassen sich auch größere Löcher auf diese Art schichtweise auffüllen und anschließend gut verschleifen.

 
Diese Blase ist zumindest noch von einer Seite mit einer Gießhaut verschlossen. Von innen wird die Gießhaut  sauber aufgeschnitten, ohne dabei die Außenhaut zu beschädigen.

 
Die Blase wird mit Gießmasse oder einem anderen Füllstoff (Alupulver oder Mehl jew. in Verbindung mit Sekundenkleber) gefüllt. Nach dem Aushärten bei schleifen.

 
Sehr häufig entstehen Luftblasen an den unteren Rändern einer Aufbauwand. Meist findet sich hier nur eine einzige, größere Blase. Diese ist jedoch dann offen, also nicht durch eine Haut kaschiert. In solchen Fällen sollte man diese Blase sauber und rechtwinkelig auf feilen. In diese neue Aussparung wird ein Plastikstreifen mit Sekundenkleber eingeklebt, der ein klein wenig (1/10tel) stärker ist, als die Aufbauwand. Auf diese Art lässt sich die einstige Blase sehr gut nach bearbeiten, verschleifen und lackieren.

 
Große Blase am unteren Rand des Containers. Hier hat Spachtelmasse kaum eine Chance, wirklich eine feste Verbindung einzugehen.
 

 
Die Blase ist jetzt rechtwinkelig ausgefeilt. Ein Streifen Plastik wird genau im Maß der Aussparung zurecht geschnitten.

 
Der Plastik-streifen wird genau an der ausgefeilten Stelle einge-setzt und mit einem kleinen Tröpfchen Cyanacrylat (Sekunden-) kleber fixiert. Nach dem Austrocknen entsprechend bei schleifen.

 

Findet sich eine kleine Luftblase an einer weniger gut zugänglichen Stelle, so sollte diese mit einem entsprechend größeren Bohrer (Luftblase 0,7 mm Durchmesser = Bohrer 1,0 mm. Luftblase 1,3 mm Durchmesser = Bohrer 1,5 oder 2 mm) aufgebohrt werden. In dieses nun gleichmäßige Loch wird ein zuvor mit 240iger Schmirgelpapier angeschliffenes rundes Evergreen-Profil-Stückchen eingeklebt (Anschliff wegen der besseren Klebehaftung empfehlenswert). Nach der Klebetrocknung kann die Stelle vorsichtig verschliffen werden. Nachspachteln ist in der Regel kaum noch erforderlich.


 
Kabine mit Blase am Rand. Hier läßt sich nur die Blase aufschleifen, bevorzugt mit der Vierkantfeile. um ein entsprechendes Stück Kunststoff einzusetzen.

 
Nach dem Verkleben überstehendes Plastik abzwichen und alles wie gewohn bei schleifen.

 
Mein Tipp: Vergessen Sie Spachtelmassen für derartige Arbeiten. Nachteile der Spachtelmassen sind:

- verhältnismäßig lange Trockendauer

- mehrmaliger Auftrag und Zwischenschliff erforderlich

- Gefahr, dass die ausgespachtelte Stelle nach einiger Zeit einbricht

In Baumärkten gibt es einen sehr guten Zwei-Komponenten-Kleber mit dem Namen JB KWIK. In zwei 28,4 gr.Tübchen wird Härter und Epoxy Steel angeboten. Werden beide Komponenten zu gleichen Teilen gemischt, ergibt sich eine etwa 3 Minuten lang verarbeitbare cremige Masse, die sich hervorragend zum Kleben aber auch zum Verschließen von Löchern eignet. Das Material läßt sich nach gut einer Stunde in jeder Weise weiter bearbeiten und bricht auch nach Jahren nicht ein. Klebeverbindungen sind dauerhaft hart. Vorteil gegenüber dem Cyanacrylat-Sekundenkleber: Keine stechenden Dämpfe und keine weißen Beläge.

Weitere Tipps folgen demnächst

Ihr Reinhard Merlau