Was dem einen willkommen, dürfte dem anderen ganz sanft die Sammlerstimmung ein wenig vermiesen. Wiking hat wieder einige Oldies auf den Markt gebracht, die es allerdings alle drei in der vorliegenden Form bisher noch nicht gegeben hat - insofern brauchen sich die eingefleischten Wiking-Sammler keine grauen Haare wachsen zu lassen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende drei Modelle, die in einer Video-Hüllen-Verpackung zum durchaus sehr moderaten Preis von Euro 23,50 angeboten werden.

Rüstkranwagen (RKW): Mercedes-Benz mit Metz-Aufbau. WIKING-Modell-Nr. 62r
Pritschen-Kleinlastwagen Hanomag Kurier, ohne Plane. WIKING-Modell-Nr. 34
Pritschen-Kleinlastwagen Borgward Frontlenker, ohne Plane. WIKING-Modell-Nr. 27

Im Modellkatalog 1969 taucht das Modell-Nr. 62r, das bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Mercedes-Benz Haubenfahrerhaus des Typs L6000 ausgestattet war, als eine der 8 Modell-Verbesserungen nunmehr mit neuem Fahrerhaus des Mercedes-Benz Kurzhaubers (vermutlich MB LF 323) mit flacher Frontscheibe auf. Das Fahrerhaus hatte eine dunkle Verglasung und keine Sitze. Der ovale Kühlergrill war in silberfarbenem Kunststoff gespritzt und als Einzelteil eingesetzt. Heckseitig auf dem Fh-Dach befanden sich zwei Blaulichter. Der Aufbau hatte in dieser ersten Ausführung unten heckseitig noch zwei kleine Krallen, die sich rechts und links um das Fahrgestell anpassten. Das Fahrgestell selbst war schwarz und hatte keinen durch-gehend geraden Abschluß, sondern wies im unteren Bereich eine gut 1 mm starke Kante auf.

Während der nächsten beiden Jahre erfolgte nur eine Änderung, die sicherlich montage-technisch begründet war: Die beiden kleinen Krallen am Aufbauheck entfielen komplett. Alle anderen zuvor genannten Merkmale blieben erhalten.

Bereits 1969 kann man am Katalogbild deutlich eine Inneneinrichtung erkennen. Aber das Modell wurde meines Wissens immer mit rauchglasfarbener (also getönter) Verglasung ausgeliefert. Dies änderte sich erst 1972. Von da ab hatte das Modell eine glasklare Verglasung und beige farbene Sitze. Auch wurde der Rotton wieder etwas blasser. Mit dem
Katalog 1974 wurde 62r als Auslaufmodell gekennzeichnet und fortan nicht mehr produziert.

Im Dezember 2002, nach 27 Jahren, wurde dieses Modell bedingt wieder zum Leben erweckt. Während der Aufbau selbst tatsächlich formmäßig unverändert geblieben ist, wurde beim Fahrerhaus auf die Variante des bisherigen Feuerwehr Rüstwagens (alte Nr. 623) mit Heck-Seitenfenster zurück gegriffen. Dieses Fahrerhaus kam bei dem seinerzeit bei Wiking gefertigten Modell nie zur Verwendung. Obgleich die Fenster leicht getönt sind, wurde das Modell mit einer schwarzen Inneneinrichtung ausgestattet. Die nun verwendeten Räder mit schwarzen eingesetzten Felgen kamen urspünglich bei diesem Modell nie zum Einsatz. Auffallend ist, dass das Fahrgestell nun anders gestaltet ist. Es trägt nun das neue WIKING-Logo mit dem Zusatz Germany und die Abschlußkante ist völlig glatt. Der Kühlergrill ist Bestandteil der Fahrerhaus-Karosse. Rahmen und die außerhalb des Kühlergrills angeordnete Fahrscheinwerfer sind silberfarben bedruckt.

In weiß, gegenläufig schraffiert bedruckt ist der mittlere Zierstreifen auf der Stoßstange und die beiden äußeren Kanten des Aufbauhecks.

Den unter der Nummer 34 zwischen 1966 und 1968 im Programm befindlichen Hanomag Kurier Pritschen Lastwagen mit offener Plane gabe es nie als Feuerwehr-Variante. Mit der Rennaisance dieses Modells im Jahr 2002 kam das Modell mit folgenden Änderungen wieder ins Programm: a) Farbton annähernd Feuerrot, eher dunkler. b) Sauber mittig auf dem Fh-Dach aufgeklebter Blaulichtsockel mit Blaulicht. c) Fahrgestell schwarz. Das Modell wird, wie sein "alter Bruder " auch, mit rauchfarbener Verglasung und ohne Inneneinrichtung geliefert. Das WIKING-Logo am Fahrgestell blieb unverändert in der alten Form. Lediglich die Kühlergrillumrandung mit dem Schriftzug "Kurier" und die Fahrscheinwerfer sind silberfarben bedruckt.

Ein durchaus längeres Modell-Leben führte die Modell-Nr.27 Borgward Frontlenker. Es tauchte bereits 1960 als Neuheit (ohne Verdeck, ab 1962 mit Verdeck) im Programm
auf. Letztmalig erscheint es 1967 im Katalog. Das nun wieder aufgelegte Modell hat  folgende Änderungen gegenüber dem Ursprünglichen: a) Farbton annähernd Feuerrot, eher dunkler. b) Sauber mittig auf dem Fh-Dach aufgeklebter Blaulichtsockel mit Blaulicht. c) Fahrgestell schwarz mit Zughaken. Wie zuvor beschriebenes Modell mit rauchfarbener Verglasung ohne Inneneinrichtung. WIKING-Logo unverändert. Kühlergrillsymbol und Scheinwerfer silberfarben bedruckt. Kanten am Heck der Pritsche sind beidseitig gegenläufig zueinander weiß schraffiert bedruckt.

Meines Wissens waren Feuerwehrfahrzeuge in den 60iger Jahren nicht in dieser Art weiß bemalt. Anfänge von Sonderlackierungen mit weiß abgesetzten Flächen sind nur bekannt aus Dortmund und Frankfurt a.M.. Erst Ende der Sechziger kamen dann Versuchslackierungen mit Schraffuren bei der BF Kassel dazu. Eigentlich sind die weiß-Bedruckungen der Modelle dieser Epoche nicht ganz zeittypisch. 
 
Foto links oben: Rüstkranwagen RKW 7, WIKING-Modell 62r,
Foto links unten: Pritschen-Lkw Hanomag Kurier, WIKING-Modell 34
Foto rechts unten: Pritschen Lkw Borgward Frontlenker, WIKING-Modell 27