Wachwechsel

Die Zukunft hat begonnen

Manch einem Feuerwehr-Enthusiasten ist der Tag noch gut in Erinnerung. Es war die Zeit, in der die 30-Meter-Drehleiter noch als DL 30 bezeichnet wurde (vor Norm-Änderung), in der Schwarz-Weiss-Drucke noch an der Tagesordnung waren, wo die Feuerwehrzeitschrift FFZ noch eins eins zwo hieß und man seine Briefe noch mit der guten alten Schreibmaschine tippte. Mitten in diese besinnliche Zeit setzte Magirus Deutz einen Meilenstein und präsentierte dem Fachpublikum die erste Niedrigbau-Drehleiter der Welt. Es war zugleich das 100-jährige Jubiläum der Münchener Berufsfeuerwehr, zu dessen Anlass eine gigantische Fahrzeugparade vom Siegestor in Richtung Innenstadt veranstaltet wurde.

In Mitten der unzähligen Einsatzfahrzeuge, die jeweils zu dritt nebeneinander die Ludwigstrasse herunter fuhren, befanden sich auch die beiden Prototypen der ersten Drehleiter niedriger Bauart. Das war am 03.Juli 1979 – gute drei Jahre Entwicklungsarbeit waren abgeschlossen. Nun folgte ein einjähriger Feldversuch zur Optimierung aller Funktionen. Nur knapp ein Jahr später, im Juni 1980, stellte Magirus Deutz auf der Interschutz, dem Roten Hahn in Hannover dieses Novum auf seinem Messestand vor und zum Jahresende lieferte man 12 baugleiche Drehleitern in (wörtlich:) an die BF München aus. Inzwischen war der ursprünglich mit 192 PS (141 kW) ausgelegte Motor durch einen mit 256 PS (188 kW) ersetzt worden. Das ursprünglich flache Podest der beiden Prototypen wurde mit dem Bau der Serie modifiziert. Die alte „n.B.“ erfuhr im Lauf der Jahre viele technische Veränderungen.

So wurde 1996 der luftgekühlte Motor gegen einen 10 PS stärken Wassergekühlten ausgetauscht, es gab Anpassungen in der Leitertechnologie (CC), man baute auch die Gelenkdrehleiter auf diesem Fahrgestell auf (GL, 1996), man erhöhte die Manövrierbarkeit durch Einbau einer Hinterachs-Zusatzlenkung (HZL, 1998), man gestaltete das Leiterpodest ständig gemäß der Anwenderforderungen um und man bot zuletzt Varianten bis 18 Tonnen mit 345 bzw. 352 PS Motoren (Euro III) an. Schließlich fand die alte DL 30 n.B. mit der sinnvollen Kombination einiger dieser Finessen ihren neuen technischen Höhepunkt mit der Auslieferung der DLK 23-12 n.B. CC GL HZL.

Bis dahin geblieben ist ihr markantes Gesicht, das sicherlich mit dazu beigetragen haben mag, dass man diesem Fahrzeug den Spitznamen „Dackel-Leiter“ gegeben hat. Mit weltweit über 180 verkauften Exemplaren in 22 Jahren dürfte die DLK 23-12 n.B. das Baumuster einer Drehleiter aus dem Hause Magirus Deutz gewesen sein, das die besten Verkaufszahlen gebracht hat. Die offizielle Statistik spricht zwar von 240 Drehleitern dieser Bauart, doch sind hierbei alle Drheleitern auf Fremdfahrgestellen mit gerechnet.

 Heute, am 28.Oktober 2002 ist die Zeit reif – reif eine neue niedrige Drehleiter bei Magirus zu präsentieren. Es sollte keine Modifikation der alten n.B. werden. Ein neues Gesicht, ebenso markant und gelungen, wie das des Vorgängers, wird von nun an die technische Evolution des Klassikers DLK 23-12 n.B. begleiten. Das moderne Outfit des Fahrzeuges ist wieder ein echter Eyecatcher. Neue Vorgaben für Motorabgaswerte, geänderte Gewichtsklassen, höhere Leistungsdaten – letztendlich aber auch die Bevorratung von Bauteilen und Komponenten waren für Magirus Grund genug, eine grundsätzliche Neukonstruktion mit unverwechselbarer Optik durchzuführen. Die Basis der neuen DLK 23-12 n.B. CS ist ein Sonderfahrgestell mit wassergekühltem Iveco-Motor der Tector-Baureihe mit standardmäßig 275 PS (Euro III).

Äußerlich fällt neben der neuen Fahrerkabine in Kurzhauben-Bauweise auf, dass gegenüber der bisherigen Standard-Drehleiter zwei Gerätefächer mehr angeboten werden. Der ver-größerte Geräteaufbau schließt fast nahtlos an das Fahrerhaus an. Auch der hintere Aufbauteil ist optisch modifiziert und entspricht in seinem Design der Funktionalität. 2.400 mm Gesamtbreite, 10.000 mm Gesamtlänge und 2.960 mm Gesamtbauhöhe sind die Eckdaten, mit denen die optische Beschreibung der neuen „n.B. CS“ abgeschlossen werden soll. Was mittlerweile an technischer Ausstattung bei der Norm-Drehleiter Standard ist, wurde natürlich bei dieser Neuentwicklung zugrunde gelegt. Wir ersparen uns daher diese technischen Standards an dieser Stelle und stellen nur die wesentlichen technischen Merkmale zwischen der ersten und der neuesten n.B.-Drehleiter heraus.

Erklärung der Typenbezeichnung:
DLK Drehleiter mit Rettungskorb
23-12 bei einem Abstand von 12 Metern zum Gebäude, wird eine maximale Steighöhe von 23 Metern erreicht.
n.B. niedrige Bauart
CS Computer Stabilized, was bedeutet, dass extreme Leiterbewegungen, wie sie durch starke Windböen oder plötzlich auf den Korb springende Personen erzeugt werden können, abgefangen werden.

 

Der Roll-Out

Die neue
DLK 23-12 n.B.CS
ist geboren !
Schon dieser Auftritt ist grandios und läßt die neue Dominanz dieser Drehleiter erahnen.

 
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